Gießerei-Hitze für Schüler undThermengäste

Abwärme von Heunisch versorgt über das Fernwärmenetz der Stadtwerke das Windsheimer Schulzentrum

Ökonomisch und ökologisch: Um bis zu 2,8 Millionen Kilowattstunden soll das nördliche Fernwärmenetz der Windsheimer Stadtwerke durch die Abwärme des Kupol-Ofens der Gießerei Heunisch aufgestockt werden.

BAD WINDSHEIM–Heizen mit Industrie- Abwärme: Diesen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Weg gehen die Windsheimer Stadtwerke und bauen ihr Fernwärme-Netz im Norden der Kurstadt weiter aus. Angeschlossen werden zum einen die Gießerei Heunisch, zum anderen das Schulzentrum. Läuft alles nach Plan, sollen die Baumaßnahmen Ende März abgeschlossen sein und der Probebetrieb starten.

Es dampft, es glüht und es fliegen Funken: Bis zu 1500 Grad heißes Gusseisen fließt am Kupol-Ofen der Gießerei Heunisch. Ein Abwärme-Potenzial von mehreren Millionen Kilowattstunden. Auf der anderen Seite braucht die Franken-Therme nicht nur bei klirrender Kälte enorm viel Energie zum Erwärmen ihrer Sole- Becken, und die Schüler im Schulzentrums sollen in ihren Klassenzimmern auch nicht frieren.
„Wir sind auf dem Weg, eine ökologisch absolut gute und innovative Lösung umzusetzen“, sagt Rüdiger Wolf, der Leiter der Stadtwerke. So sieht sie aus: Die Gießerei Heunisch wird an die Fernwärme-Versorgung Nord der Stadtwerke angeschlossen und speist bis zu 2,8 Millionen Kilowattstunden ins Netz ein. Als zusätzlicher Abnehmer kommt das Schulzentrum hinzu, als Ersatz für die laut Reinhold Ströbel, dem technischen Leiter der Stadtwerke, „erneuerungsbedürftige“ Heizungsanlage.
Bisher besteht die Fernwärme-Versorgung Nord aus drei Einspeise-Quellen und drei Abnehmern. Die Energie kommt von der Biogasanlage der Bio-Energie Bad Windsheim, die in der Nähe des Galgenbucks steht und von sieben Landwirten aus der Region betrieben wird. Dazu kommen Kilowattstunden vom Biomasse- Heizwerk zwischen Windsheim und Külsheim sowie einer Anlage im Kur und Kongress-Center (KKC). Die Energie geht an die Franken-Therme, das KKC und das Hotel Pyramide, insgesamt rund 8,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr.
„Es ist eine sehr schöne Lösung, dass wir die Abwärme nutzen können“, sagt Reinhold Ströbel über die Zusammenarbeit mit Heunisch. Die Initiative kam von der Gießerei. Einen Teil der Abwärme des Kupolofens verwendet Heunisch selbst, die Trocknungsanlage für die Farbe auf den Gussteilen wird damit ebenso versorgt wie Gebäude auf dem Firmengelände. Übrig bleibt dennoch mehr als genug.

Therme braucht immer Wärme

An einer Übergabestation an der Bad Windsheimer Straße wird die Abwärme ins Fernwärme-Netz eingespeist. „Je nach Bedarf“, sagt Jürgen Frank, der Leiter Instandsetzung bei der Gießerei, „im Sommer weniger, im Winter mehr.“ Alleine die Therme brauche aber immer Wärme, sagt Ströbel. Um einen Energie-Vorrat zu haben, wird zudemein 60 Kubikmeter fassender Heizwasser-Pufferspeicher beim Biomasse-Heizwerk installiert. Auf den warten die Stadtwerke aktuell. „Wir erwarten ihn frühestens Mitte Februar“, sagt Ströbel.
Bis März sollen auch die restlichen Baumaßnahmen fertig sein. Die Leitungen zum Schulzentrum in der Raiffeisenstraße und der Beethofenstraße liegen bereits, auch die Verbindung zwischen Biogasanlage am Galgenbuck, Gießerei und Leitungsnetz zur Therme, inklusive Pumpstation. Von der Witterung abhängig ist, wann die Leitungen unter den Bahngleisen zwischen Raiffeisen- und Hofmannstraße durchgelegt werden können. Die Genehmigung der Bahn sei in der Weihnachtszeit gekommen, sagt Wolf. „Wenn alles läuft, hoffen wir Ende März in den Probebetrieb gehen zu können“, erklärt Reinhold Ströbel.
Dann können Schulzentrum, Therme, KKC und Hotel mit Abwärme vom Kupolofen versorgt werden. Für die Gießerei ist das Projekt aber noch ausbaufähig: „Wir würden uns freuen, wenn weitere Abnehmer einsteigen“, sagt Jürgen Frank. „Wir können noch mehr liefern. Und es passt doch auch gut in die Zeit, wo Umweltschutz groß geschrieben wird.“

Bericht in der Windsheimer Zeitung vom 06.02.2012
Foto und Bericht: Stefan Blank

Heunisch Guss