Die Faszination des fließenden Metalls

Business-Forum besucht Gießerei Heunisch

Die Funken fliegen, wenn etwa 1400 Grad heißes Metall ausgegossen wird. Ein spannendes Schauspiel für die Besucher des Business-Forums. Foto: Barbara Bedacht
Die Funken fliegen, wenn etwa 1400 Grad heißes Metall ausgegossen wird. Ein spannendes Schauspiel für die Besucher des Business-Forums. Foto: Barbara Bedacht

BAD WINDSHEIM (bb) – Die Funken fliegen. Unvorstellbar heiß, so um die 1400 Grad Celsius, ist das Metall, wenn es in gleißend hellem Strahl in die Form gegossen wird. Das Bild fasziniert und ist für Fremde auch ein bisschen beängstigend. Für die Männer an den Maschinen ist es ein normaler Arbeitstag. Sie machen wie gewohnt weiter, während am Donnerstagabend 40 Besucher an ihnen vorbei durch die Produktion von Heunisch Guss geführt werden.

Mehr als 6000 Jahre soll das Gießerei-Gewerbe existieren. Scherzhaft spricht Geschäftsführer Wolfgang Heunisch vom zweitältesten Gewerbe der Welt. Er hat vor 31 Jahren die Gießerei der Maschinenfabrik Schmotzer übernommen; 2003 hat er sie mit der Gießerei Hofmann in Bad Windsheim verschmolzen. Hatte Heunisch Guss in seinen Anfängen an der Windsheimer Straße gut 120 Mitarbeiter, sind es heute an vier Standorten, zwei in Deutschland, zwei in Tschechien, mehr als 1200 Beschäftigte, berichtet der Firmenchef.

Er erklärt den 40 Gästen des Business-Forums, dass das Krisenjahr 2009 einen Umsatzrückgang von 52 Prozent gebracht habe. „Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn“, sagt Heunisch über seine Belegschaft. Niemand habe im Krisenjahr entlassen werden müssen. Im Gegenteil: Allein am Standort Windsheim seien erneut 7,8 Millionen Euro investiert worden, mehr als die Hälfte in Umweltschutz. So ist seine Produktion von Gussteilen jetzt mit einer neuen Grundieranlage ausgestattet, die wasserlösliche Farbe verwendet. „Wir wollen in Frieden leben mit unserer Umwelt“, sagt Heunisch. Staub und Lärm seien beherrschbar, mit Geruchsbelästigungen sei das nicht so einfach. Da müsse sich noch die Technik verbessern. „Wir bleiben an dem Problem permanent dran“, verspricht er und schaut dabei zu Bürgermeister Ralf Ledertheil. Der nutzt genau wie stellvertretender Landrat Helmut Weiß die Gelegenheit, sich die Gießerei einmal von innen anzusehen.

Keine Maschine ohne Gussteil

Die Besichtigung endet in der Lagerhalle. Dort stapeln sich auf Paletten und in Gitterboxen die unterschiedlichsten Gussteile und warten auf ihren Abtransport zu Herstellern von Getrieben, Landmaschinen, Kältetechnik, Nutzfahrzeugen, Schiffsmotoren und Bahntechnik. „Es gibt keine Maschinen, Fahrzeuge, Flugzeuge, die auskommen ohne gegossene Teile“, erklärt Heunisch.

Rund 300 Tonnen Gussteile gehen täglich raus. Zum Beispiel Richtung Nordeuropa, USA, Asien, erklärt Logistik-Fachmann Ernst Ripka. Drei Tagesproduktionen, also rund 1000 Tonnen, fasst das Lager. Das war vor 30 Jahren ein Fünftel der Jahresproduktion. Heute macht Heunisch an drei Standorten 120000 Tonnen Eisenguss im Jahr und könnte noch mehr.

Bericht in der Windsheimer Zeitung vom 12.03.2011

Heunisch Guss